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Die Versorgung mit elektrischem Strom in der Stadt Cham

Die ersten Bestrebungen, die Petroleumlampe durch elektrisches Licht zu ersetzen, liegen in Cham mindestens 100 Jahre zurück und gingen von interessierten Bürgern der Stadt aus.

So wird im "Amtsblatt für die königlichen Bezirksämter Cham und Roding" vom 8. Februar 1893 von der Waldvereinsektion Cham zu einer Fastnachtsunterhaltung im Höchstetter-Saale zu einer Aufführung des Münchener Oktoberfestes bei elektrischer Beleuchtung eingeladen. Dieser Saal befand sich im Gebäude der damaligen Weiss-und Braunbierbrauerei X. Höchstetter am Biertor, aus der die Dampfmaschine, die heute bei den Stadtwerken steht, stammt. Dampfmaschine

 

 
Im Amtsblatt Nr. 13 vom 15. Februar 1893 wird über die Faschingsgaudi der Chamer Waldvereinsektion berichtet:
"Beim Eintritt in den elektrisch beleuchteten, zum Festplatz umgewandelten Höchstetter-Saal glaubte man sich wirklich in den Trubel des Münchener Oktoberfestes versetzt, so gut war alles copirt. Alle Anerkennung verdienen die Betheiligten für ihre selbstlose Hingabe beim Arrangement dieses Abends, in erster Linie der Vorstand der hiesigen Waldvereinsektion, Herr Müller, welcher weder Zeit noch Mühe scheute, das Ganze in Fluß zu bringen; nicht minder Herr Commissionär Momm und der Installateur des elektrischen Lichtes, Herr Sägewerksbesitzer Melchior. Auch die Bewirtung von Seite des Herrn Höchstetter ließ nichts zu wünschen übrig".
Wenig später hält Herr Sägewerksbesitzer Melchior wieder im Höchstetter-Saale einen "Vortrag über Elektro-Technik vom Anfangsstation derselben bis zu ihrer heutigen Entwicklung" unter Assistenz von Herrn Franz Wiesbauer. Zur praktischen Demonstration wurde das Ziffernblatt der Pfarrkirche St. Jakob mittels eines Reflectors" (Scheinwerfer) angestrahlt, so daß man "trotz der außen herschenden tiefen Dunkelheit am Thurme genau sehen konnte, wie viel die Uhr zeigte". F. Wiesbauer wurde später Bauleiter beim Bau des ersten städtischen Elektrizitätswerkes. Zwar beschloß der Stadtmagistrat am 21. Juni 1893 die "Einführung des elektrischen Lichtes dahier im Prinzipe", aber bis dahin dauerte es noch eine Weile.
Die Bürger von Cham wurden auch durch Bekanntmachungen vom Juli und August 1893 aufgefordert, in Umlauf gesetzte Fragebögen auszufüllen darin ihren Bedarf für elektrische Beleuchtung anzugeben. Es wurde aber nichts daraus, weil man sich über den Stadtort des künftigen Elektrizitätswerkes nicht einig wurde.
Ein anderes Projekt (1895), nämlich ein Wasserkraftwerk am Zirnberg zwischen Pulling und Viechtach am schwarzen Regen mit einer Leistung von 500 PS, das die Orte Cham, Kötzting und Viechtach mit Strom versorgen sollte, kam nicht zur Verwirklichung. Dieser Vorgang wird in "Heimatkundliche Beiträge aus dem Viechtreich" Heft 45, herausgegeben von Werner Pohl, ausführlich beschrieben.
 

 

 

 

 

Turbinengebäude "Grabenmühle"

Grabenmühle
 
In der Stadt Cham wurde von seiten des Stadtmagistrates im April 1899 der Bau eines Elektrizitätswerkes erneut angegangen. Mit Bekanntmachung vom 17. April 1899 werden die Chamer Bürger wieder zur Ausfüllung und Abgabe von neuen "Anmeldebögen bezugs Einzeichnung des Licht- und Kraftbezuges von dem zur Ausführung beschlossenen Elektrizitätswerke" aufgefordert. Nun ging es verhältnismäßig schnell. Am 14. August 1899 erfolgt die öffentliche Ausschreibung der Baumeisterarbeiten und am 23. August 1899 wird am jetzigen Standort mit den Aushubarbeiten begonnen. Schon Mitte November konnte der eiserne Dachstuhl gesetzt werden. Am 14. März 1900 ist es endlich soweit: Das von der Firma Elektrizitätsgesellschaft vormals Erwin Bubeck, München errichtete Elektrizitätswerk auf Dampfmaschinenbasis geht mit Stromversorgungsnetz und Straßenbeleuchtung in Betrieb. Das "Chamer Tagblatt" berichtet unter dem 15. März 1900:
"Gestern Abend ließen die an den Straßenecken angebrachten Glühlampen der neu eingerichteten elektr. Straßenbeleuchtung zum ersten Male ihr magisches Licht erstrahlen. Heute abend soll Probebeleuchtung mit den Bogenlampen stattfinden".
Diese ursprüngliche Dampfmaschine wurde nach dem 1. Weltkrieg ersetzt durch Dieselanlagen. Diese wurden dann während des 2. Weltkrieges verschrottet. Durch Schenkung der Familien Dr. Gröger/Dr. Sahm konnte eine baugleiche Anlage wieder restauriert und auf dem Stadtwerke-Gelände der Nachwelt erhalten werden.
 
 
 
Heute versorgen die Stadtwerke Cham bis auf wenige Ausnahmen das gesamte Stadtgebiet der Stadt Cham und hatten sich durch die Übernahme der Stromnetze 1995 und 1996 von der OBAG aus den 1972 und 1978 eingemeindeten Gebieten wesentlich verstärkt. Über ein modernes Leitungsnetz von rund 600 km und 154 Trafostationen werden die Sondervertrags- und Tarifkunden versorgt. Über die Zähler dieser Kunden werden im Wirtschaftsjahr 2016 rund 187 Mio. Kilowattstunden (kWh) Strom fließen.